FUNKSTILLE

Eine chorisch-szenische Reflexion angesichts drohender Katastrophen von angehenden Theaterpädagog*innen des 11. Jahrgangs des Instituts angewandtes Theater (IFANT).

Längerfristige Funkstille ist im Schiffsfunkverkehr verpflichtend, sobald ein Notruf empfangen wurde, also MAYDAY im Sprechfunk oder das Telegrafie-Notzeichen SOS. Auf dem Raumschiff Erde fehlt es nicht an Notrufen. Die Lage ist dramatisch, die Wellen-Metaphern überschlagen sich, die Krisensitzungen nehmen kein Ende. Aber von Funkstille immer noch keine Spur. Stattdessen betäubendes Rauschen auf allen Kanälen: Wir lassen uns das Leben nicht verbittern.

Im Zentrum der szenischen Reflexion zur »Funkstille« steht daher nicht die Katastrophe, sondern der »menschliche« Umgang mit ihr: Hybris, Verdrängung, Galgenhumor, ihre Vermarktung und die Kristallisation gesellschaftlicher Ungleichheit im Angesicht des Unglücks.
Nein, wir werden damit nicht die Welt retten, aber vielleicht einen Denkanstoß geben – ohne Alarmismus, augenzwinkernd, nachdenklich, rückblickend, vorausschauend.

Die Performance entstand in vier Tagen, inspiriert vom Text »Der Untergang der Titanic« von Hans Magnus Enzensberger und der »Publikumsbeschimpfung« von Peter Handke.

Künstlerisches Team: Marie Aglas, Sandra Binder, Birgit Brandner, Daniela Bräuer, Sarah Dürnberger, Tomas Floris, Katharina Holzer, Veronika Hörmann, Bettina Jäkel, Patricia Klein-König, Roman Mayr, Hannah Nebosis, Gabriela Peterka, Vera Pienz, Edouard Raix, Susanna Rechberger, Birgit Maria Schinkinger, Christina Smulik, Anna Maria Walter, Diana Weber, Karin Wurzinger
Künstlerische Leitung: Claudia Bühlmann und Friedhelm Roth-Lange