DIE HAMLETMASCHINE

von Heiner Müller
Schauspielschule Wien

Europa, ein Irrenhaus. Alles ist aus den Fugen. Ringsum Tod, Verrat und Niederschlagung der Aufständischen.
Auch Helsingör ist keine Insel der Glücklichen. Jämmerliche Figuren, der Adel verkommen, die Rollen vertauscht.
Hamlet, die Maschine und Ophelia, die geliebte Ophelia, kein Liebespaar, Mörder und Witwe hingegen ein Paar. Polonius treibt seine Kinder in den Wahnsinn und der Mutterschoß ist keine Einbahnstraße.
Die Geschichte von Hamlet kann auf die Frage reduziert werden, wer im Schloss Blut an den Händen hat und wer nicht.
Das Europa der starken Frauen, verkommt im Blut. Ophelia: Ich zerreiße die Fotografien der Männer, die mich gebraucht haben auf dem Bett, auf dem Tisch, auf dem Stuhl, auf dem Boden. Ich gehe auf die Straße, gekleidet in meinem Blut.
Die Revolution nur mehr ein Heil auf Coca-Cola und Gelächter aus toten Bäuchen. Eine Farce.

Heiner Müllers Hamletmaschine wird angeworfen, das Spiel im Narrenturm kann beginnen.

Es spielt die Abschlussklasse der Schauspielschule Wien:
Anna Kolkowska, Masha Olshanska, Anna Schuster, Madlen Stockreiter, Tanja Troll, Mario Appoloner, Max Brühl, Klaus Leitinger, Jakob Trautenberger

Regie: Nika Sommeregger
Regieassistenz: Tom Gruber